Handbuch · 02

Tablet & Netzwerk

Tablet und Handy verbinden sich direkt mit dem WLAN von SD Migrator. Dieses Kapitel zeigt, wie Sie den Hotspot einrichten, dem Pi unterwegs Internet geben und das Tablet dauerhaft für die Bedienung vorbereiten.

WLAN-Hotspot (empfohlen)

Der Pi öffnet ein eigenes, verschlüsseltes WLAN (WPA2). Unter Einstellungen → WLAN-Hotspot legen Sie fest:

  • Hotspot ein oder aus
  • Name des WLANs
  • Passwort
  • Frequenzband
  • Kanal

Ersteinrichtung ohne Tablet-Zugang

Sie haben noch keine WLAN-Verbindung zum Pi? Dann haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Verbinden Sie den Pi per LAN-Kabel und öffnen Sie https://<hostname>.local.
  • Öffnen Sie direkt am Pi die Einstellungsseite über https://localhost.

So funktioniert der Hotspot

  • Im Hotspot hat der Pi immer die Adresse https://10.42.0.1. Tablet und Handy erhalten ihre Adressen automatisch.
  • Der Hotspot startet automatisch, sobald der Pi hochfährt.
  • Ein LAN-Kabel können Sie gleichzeitig nutzen.
  • Android verbindet sich automatisch, sobald der Pi läuft. Für Internet nutzt das Tablet weiter Mobilfunk, solange das Pi-WLAN kein Internet bietet.

Frequenzband wählen

  • 2,4 GHz ist voreingestellt. Dieses Band ist im Freien erlaubt und hat eine große Reichweite.
  • 5 GHz (Kanäle 36–48) ist in Deutschland nur in Innenräumen erlaubt.

Achtung: Der WLAN-Ländercode des Pi muss gesetzt sein (Deutschland: DE). Prüfen können Sie das am Pi mit sudo raspi-config nonint get_wifi_country.

Tipp: Beim Speichern der Hotspot-Einstellungen werden alle verbundenen Geräte kurz getrennt. Haben Sie Name oder Passwort geändert, verbinden Sie das Tablet neu.

Internet für den Pi (WLAN-Client)

Unterwegs gibt es kein LAN-Kabel. Damit der Pi trotzdem ins Internet kommt (z. B. für Cloud-Uploads), verbinden Sie ihn mit einem Handy-Hotspot.

Netz hinzufügen

  1. Öffnen Sie Einstellungen → Internet (WLAN-Client).
  2. Suchen Sie nach Netzen oder geben Sie den Netznamen ein.
  3. Geben Sie das Passwort ein.
  4. Tippen Sie auf Hinzufügen.
  5. Wählen Sie die Betriebsart (siehe unten).
  6. Tippen Sie auf Speichern & anwenden.

Sie können mehrere Netze eintragen. Das oberste Netz wird bevorzugt. Bekannte Netze verbindet der Pi automatisch.

  • Gespeicherte Passwörter zeigt die Oberfläche nie wieder an. Um ein Passwort zu behalten, lassen Sie das Feld leer.
  • Die Netzsuche funktioniert nur mit einem zusätzlichen WLAN-Stick oder mit aktiver Notlösung (siehe Betriebsarten). Sonst geben Sie den Netznamen von Hand ein.

Betriebsarten

  • Zusätzlicher WLAN-Adapter (empfohlen): Ein USB-WLAN-Stick verbindet sich mit dem Handy. Der eingebaute Chip bleibt ungestört der Hotspot. Gut geeignet sind Sticks, die Linux ohne Zusatztreiber unterstützt, z. B. MediaTek MT7601U (2,4 GHz) oder MT7612U/MT7921AU (2,4 + 5 GHz). Erkannt wird jeder WLAN-Adapter außer dem eingebauten Chip.
  • Eingebauten Chip teilen (Notlösung): Der eingebaute Chip ist gleichzeitig Verbindung zum Handy und Hotspot. Er sendet nur auf einem Kanal. Der Pi-Hotspot folgt deshalb dem Kanal des Handys und startet bei jedem Wechsel neu – das Tablet ist dann kurz getrennt. Dieser Modus gilt als weniger stabil.

Achtung: Stellen Sie bei der Notlösung den Handy-Hotspot auf 2,4 GHz. Sonst wechselt auch der Pi-Hotspot auf 5 GHz – die Kanäle 36–48 sind in Deutschland im Freien nicht erlaubt.

Internet an Hotspot-Geräte weitergeben

Hat der Pi Internet, gehen Tablet und andere Geräte im Pi-Hotspot ebenfalls darüber ins Netz. Das gilt für jede Internetverbindung des Pi:

  • WLAN-Client (z. B. 5G-Handy-Hotspot)
  • LAN-Kabel
  • USB-Tethering eines Handys

Es zählt immer die Verbindung, über die der Pi gerade selbst ins Internet geht.

Sie möchten das nicht? Schalten Sie unter Einstellungen → WLAN-Hotspot die Option Internet für Hotspot-Geräte teilen aus. Die Oberfläche von SD Migrator bleibt weiterhin erreichbar.

Verbindungsstatus

Die Seite Internet (WLAN-Client) zeigt:

  • die vorhandenen WLAN-Adapter
  • das verbundene Netz und die Signalstärke
  • ob Internet erreichbar ist und über welche Verbindung
  • die Netzwerkdaten von WLAN-Client und LAN-Kabel (IPv4, Gateway, DNS, Domäne, IPv6, MAC)
  • das gesamte Datenvolumen (empfangen/gesendet) von WLAN-Client und LAN-Kabel seit dem Start des Pi bzw. seit dem Einstecken des Sticks

Tipp: Mit der Volumenanzeige behalten Sie den Verbrauch an Ihrem Handy-Hotspot im Blick.

Geschwindigkeit testen

Mit Geschwindigkeit testen messen Sie Latenz, Download und Upload der aktuellen Internetverbindung. Danach sehen Sie:

  • wie lange ein Cloud-Upload von 1 GB bzw. 10 GB ungefähr dauern würde
  • eine kurze Einschätzung, ob sich der Upload lohnt
  • das tatsächlich verbrauchte Datenvolumen, getrennt nach Download und Upload

Während des Tests läuft ein Zähler mit. Jede Richtung ist auf ca. 6 Sekunden begrenzt. Insgesamt verbraucht der Test höchstens ca. 36 MB (25 MB herunter, 11 MB hoch), bei langsamen Verbindungen deutlich weniger.

Gemessen wird über die Verbindung, die als Verbindung angezeigt wird. Steckt ein LAN-Kabel, wird also darüber gemessen.

Weitere Möglichkeiten

  • Gleiches WLAN: Pi und Tablet sind im selben WLAN. Öffnen Sie dann https://<hostname>.local oder die IP-Adresse des Pi.
  • USB-Tethering vom Tablet: Verbinden Sie das Tablet per USB mit dem Pi. Das Kabel muss Daten übertragen können – sonst bleibt der Schalter am Tablet grau.

Achtung: USB-Tethering belastet die USB-Stromversorgung des Pi. Außerdem wechselt dabei die Adresse des Pi.

HTTPS-Zertifikat auf dem Tablet installieren (einmalig)

Damit der Browser die Verbindung zum Pi als sicher anerkennt, installieren Sie einmalig das Zertifikat des Pi.

Android

  1. Öffnen Sie http://10.42.0.1/ca.crt und laden Sie die Datei.
  2. Öffnen Sie Einstellungen → Sicherheit → Verschlüsselung & Anmeldedaten → Zertifikat installieren → CA-Zertifikat.
  3. Wählen Sie die geladene Datei aus.

iOS

  1. Laden Sie ca.crt (Adresse wie bei Android).
  2. Installieren Sie das Profil.
  3. Öffnen Sie Einstellungen → Allgemein → Info → Zertifikatsvertrauenseinstellungen und aktivieren Sie das volle Vertrauen.

Als App auf den Startbildschirm legen

  1. Öffnen Sie https://10.42.0.1 in Firefox.
  2. Tippen Sie auf ⋮ → Zum Startbildschirm hinzufügen.

SD Migrator startet dann ohne Browserleiste (mehr Platz) und hält die Verbindung für Benachrichtigungen.

Android-App

Manche Launcher, z. B. der DMD2-Mini-Launcher, zeigen nur installierte Apps. Für diesen Fall gibt es eine schlanke Android-App für SD Migrator. Sie ist bei SD Migrator bereits dabei.

App installieren

  1. Öffnen Sie auf dem Tablet http://10.42.0.1/sd-migrator.apk – oder tippen Sie im Browser unter Einstellungen auf Android-App installieren.
  2. Bestätigen Sie die Installation.

Der Knopf Android-App installieren erscheint nur im Browser auf Android-Geräten, nicht in der App selbst. In der App funktionieren Benachrichtigungen ebenfalls.

Installieren- und Aktualisieren-Knopf

  • Haben Sie die App einmal über das WLAN des Pi geöffnet, verschwindet der Knopf Android-App installieren im Browser desselben Tablets.
  • Bis dahin bleibt der Knopf sichtbar.
  • Ist Ihre App älter als die mitgelieferte Version, erscheint Android-App aktualisieren – im Browser und in den Einstellungen der App. Der Knopf öffnet den Download im Android-Browser und startet die Installation.
  • Android verwendet in jedem WLAN eine eigene Geräteadresse. Die Erkennung gilt deshalb jeweils nur für ein Netz.
  • Eine Deinstallation der App erkennt der Pi nicht. Nach 30 Tagen ohne Kontakt zur App erscheint der Knopf wieder.

Achtung: Nach einer Änderung des Hostnamens erhält der Pi ein neues Zertifikat. Die Android-App vertraut dann dem Pi nicht mehr und muss neu angepasst werden.

Netzwerksicherheit

Achtung: Standardmäßig gibt es keine Anmeldung. Wer den Pi im Netz erreicht, kann alles bedienen – auch MOVE und das Löschen von Ordnern. Betreiben Sie SD Migrator deshalb nur im eigenen Hotspot oder in einem vertrauenswürdigen Netz und machen Sie den Pi nie aus dem Internet erreichbar.

Änderungen, die von fremden Webseiten ausgehen, weist SD Migrator ab.

Für geteilte Netze kann ein Zugriffstoken eingerichtet werden. Dann erscheint eine Anmeldemaske, in die Sie den Token eingeben. Der Token bleibt nur für die aktuelle Browsersitzung gespeichert.